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Mit der Holding
Steuern sparen -
Mythos oder echte
Strategie?

Mit der Holding Steuern sparen - Mythos oder echte Strategie?

Nicht selten entsteht der Wunsch nach einer Holdingstruktur mit einem klaren Ziel: Steuern sparen. Die Holding gilt als Klassiker unter den Steuergestaltungen. Doch wie so oft gilt auch hier: Die Antwort ist nicht schwarz oder weiß. 

Kann eine Holding wirklich Steuern sparen? Die ehrliche Antwort lautet: Ja – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.   

Wie funktioniert die Besteuerung in der Holding?

Damit eine Holdingstruktur steuerlich Wirkung entfalten kann, braucht es zunächst eines: Gewinne im operativen Unternehmen, der Tochtergesellschaft. 

Diese Gewinne werden an die Holding (Muttergesellschaft) ausgeschüttet. Dabei gilt: 

  • 95 % der Ausschüttung sind steuerfrei (§ 8b KStG)
  • 5 % gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
  • Effektive Steuerbelastung: ca. 1,5 %

Das bedeutet:
Von 10.000 € Ausschüttung kommen rund 9.850 € in der Holding an. 

Zum Vergleich:
Bei einer Ausschüttung ins Privatvermögen fallen ca. 26,38 % Kapitalertragsteuer an. Netto bleiben hier nur rund 7.362 €.

Holdingstruktur als Steuersparmodell?

Hier liegt der entscheidende Punkt: Eine Holding ist kein klassisches Steuersparmodell, sondern ein strategisches Instrument. Der steuerliche Vorteil entsteht nur dann, wenn Gewinne in der Holding verbleiben und reinvestiert werden. 

Typische Beispiele:

  • Immobilien (z. B. über eine Immobilien-GmbH)
  • Wertpapiere
  • Beteiligungen

In diesem Fall stehen rund 25 % mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung als bei einer Ausschüttung ins Privatvermögen.

Reinvestition: Der eigentliche Hebel

Die Holding entfaltet ihre Stärke vor allem als Reinvestitionsbooster. Denn das nahezu unversteuerte Kapital kann direkt weiterarbeiten und Vermögen aufbauen. 

Wichtig zu verstehen: Sobald Gelder aus der Holding an den Gesellschafter ausgeschüttet werden, greift wieder die volle Besteuerung. Der Vorteil ist damit aufgehoben. 

Das oft übersehene „Aber“

Mit der Holdingstruktur verschiebt sich auch die steuerliche Behandlung:

  • Vermögen gehört zur betrieblichen Sphäre
  • Gewinne und Veräußerungen sind grundsätzlich steuerpflichtig
  • Beispiel: Bei Immobilien greift keine 10-Jahres-Spekulationsfrist

Das bedeutet: Die Holding bringt Vorteile – aber auch neue Spielregeln.

Wann lohnt sich eine Holding wirklich?

Eine Holdingstruktur ist insbesondere sinnvoll für Unternehmer, die:

  • Gewinne nicht privat entnehmen müssen
  • langfristig Vermögen aufbauen möchten
  • regelmäßig reinvestieren
  • strategisch denken und planen

Weniger geeignet ist sie, wenn Gewinne kurzfristig privat genutzt werden sollen.

Fazit: Holding = Strategie, nicht Steuerspar-Trick

Die Holding ist kein Selbstläufer und kein pauschales Steuersparmodell. Richtig eingesetzt, kann sie jedoch ein starkes Instrument für Vermögensaufbau und steueroptimierte Reinvestitionen sein. Entscheidend ist immer die individuelle Zielsetzung. 

Gemeinsam mit dir durchdenken wir deine Idee zur Gründung einer Holding:   

  • Wir hören zu, was deine Wünsche, Bedürfnisse aber auch Bedenken sind.
  • Wir fragen nach, mit Fach- und Spezialwissen.
  • Wir analysieren mit dir gemeinsam verschiedene mögliche Wege.

Alles, um für dich das optimale Ergebnis zu finden! Denn nicht immer ist eine Holding das Idealkonstrukt, um Steuern zu sparen.

 Jetzt Kontakt aufnehmen – wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.

Unsere Experten

Stefanie Kesser
Stefanie Kesser

Stefanie Kesser

Beraterin für Nachfolge und Vermögenssicherung

Olaf Jonasson
Olaf Jonasson

Olaf Jonasson

Steuerberater und Fachberater (DStV e.V.)